Nord-West Frankreich: die Mündung der Somme
Eine der schönsten Buchten Frankreichs
Im Nord-Westen Frankreichs befinden sich nah an der Nordseeküste mehrere wunderbare Naturschutzgebiete. Hier mündet die Somme in die Nordsee. Feuchtgebiete, Schlicke und Salzwiesen wechseln sich hier ab. Ideal für eine Naturerlebniswoche in der Somme-Bucht. Nicht ganz ohne Grund halten die französischen Bewohner ihre „Somme-Bucht“ für die schönste Bucht der Welt. Soweit das Auge reicht, erstreckt sich zwischen Meer und Land ein riesiger Flickenteppich aus endlosen Sandbänken, schimmernden Tümpeln und Buchten sowie ausgedehnten Wattflächen und Salzwiesen. Bei Ebbe sieht man von der Küste aus nur Strand und Sandbänke, durchsetzt mit einem Netz aus Buchten. Das Meer scheint unendlich weit entfernt. Die Bucht selbst ist dann weitgehend trocken; So weit das Auge reicht, nichts als Salzwiesen und Wattflächen, zwischen denen sich die Somme zum Meer schlängelt. Wenige Stunden später strömt das Meer mit enormer Kraft zurück und drückt das Meerwasser 14 Kilometer weit ins Landesinnere. Im Nu erreicht das Meerwasser den Fuß der Dünen und Deiche, und die gesamte Bucht wird von den aufgewühlten Wassermassen überschwemmt.
Im Frühling brüten hier Brandseeschwalben neben Schwarzkopfmöwen und Stelzenläufern. Das Watt dient Tausenden von Zugvögeln als Zwischenstopp. Nicht nur die Bucht selbst ist eine internationale Attraktion, auch der Parc du Marquenterre, hinter der ersten Dünenreihe, ist ein Vogelparadies. Jedes Jahr machen Millionen von Zugvögeln hier Halt. Manche bleiben eine ganze Saison, für andere ist es ein dringend benötigter Zwischenstopp zwischen Brutgebieten im Norden und Überwinterungsgebieten in Südeuropa oder Afrika. Im Laufe des Frühlings und Sommers versammeln sich hier beeindruckende Zahlen von Enten, Watvögeln, Löfflern sowie Silber- und Seidenreihern.
Die Somme-Bucht beherbergt auch die größte Robbenkolonie Frankreichs. Bei Ebbe kann man große Gruppen von Seehunden und Kegelrobben beobachten, die sich auf dem freiliegenden Sand und Watt tummeln.
Höhepunkte
- Parc du Marquenterre
- Les Grand Laviers
- Rencloture Helluin
- Le Hâble d’Ault
- Bootsfahrt zu den Robben
Einige Zielarten:
Löffler, Weißstorch, Silberreiher, Seidenreiher, Nachtreiher, Blaukehlchen, Stelzenläufer, Kampfläufer, Schwarzhalstaucher, Zwergtaucher, Rohrweihe, Wanderfalke, Baumfalke, Eissturmvogel, Brandseeschwalbe.
Dies ist eine Pilot-Reise!
Reiseverlauf
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1.Tag: Ankunft
Treffpunkt der Gruppe ist am Bahnhof in Avignon. Sie können wahlweise per Flug über Marseille anreisen, von dort weiter per Bus und Zug nach Avignon (Fahrzeit ca. 45 Minuten). Oder Sie reisen mit dem Zug an. Wer mit dem eigenen Auto anreisen möchte, trifft die Gruppe dann im ersten Hotel.
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2.Tag: Nördliche Camargue: Reihervielfalt in Süßwassersümpfen
Am ersten Tag werden wir zunächst in der Nähe unserer Unterkunft um Le Sambuc beobachten und dann das Schutzgebiet La Capilliere besuchen. Schmale Pfade und Beobachtungshütten erlauben intime Einblicke in typische Lebensräume der Camargue: Salzmarsch, Schilfröhricht, kleine Gewässer. Neben Limikolen, Enten oder gar einer Zwergrohrdommel können mit Glück hier auch Sumpfschildkröten, Mittelmeer-Laubfrösche oder Nutrias beobachtet werden. Danach beobachten wir am Nordufer des Etang de Vaccares, das größte zentral gelegen Gewässer in der Camargue. An vielen Stellen sind Flamingos oder Seidenreiher zu sehen. Ein Spaziergang am Gut Mejanes führt bis zum Ufer des Etang. In den Süßwassersümpfen, etwas weiter nördlich gelegen, kommen alle europäischen Reiherarten vor und seit einigen Jahren sogar Sichler. Manchmal gelingen hier auch Beobachtungen von Triel oder Häherkukuck. Ob die Brachschwalben schon aus ihrem Winterquartier zurückgekehrt sind?
Wanderstrecke: ca. 4,5 km
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3.Tag: Westliche Camargue mit Stes.-Maries.de-la-Mer
Am zweiten Tag unternehmen wir zunächst einen ausgiebigen Spaziergang am „Digue“ östlich von Stes-Maries-de-la-Mer. Zwischen Meer und Salzmarsch können wir seltene Vögel entdecken – Seeschwalben und Flamingos sind zu beobachten - vielleicht sogar Brillengrasmücken oder Dünnschnabelmöwen? Bei Zugwetterlagen sind hier auch viele mitteleuropäische Brutvögel wir Gartenrotschwanz, Braunkehlchen oder Trauerschnäpper zu entdecken – gerade haben Sie den langen Weg von Afrika übers Mittelmeer bewältigt. Nachmittags besuchen wir den „Parc Ornithologique de Pont de Gau“ Hier werden einerseits verletzte Vögel versorgt, gepflegt und möglichst wieder ausgewildert. Zum anderen brüten an den Gewässern des Parks Reiher, so dass man ihnen direkt beim Brutgeschäft über die Schulter schauen kann, und es sind verschiedenste Wasservögel von den Hides und Wegen aus zu beobachten - vielleicht auch die gerade im Brutkleid so wunderschönen Schwarzkopfmöwen.
Wanderstrecke: ca. 8-10 km
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4.Tag:Östliche Camargue: Salinen, Strand, Salzmarsch und Flachgewässer
Heute besuchen wir tolle Feuchtgebiete in der östlichen Camargue – u.a. die Salin de Badon mit ihren Beobachtungstürmen und -hütten sowie den Plage d`Arles. Auf dem Weg dorthin fahren wir auf einem Damm entlang flacher Gewässer – an ihren Ufern könnten sehr nah Zwerg- oder Alpenstrandläufer, See- oder Sandregenpfeifer zu sehen sein. Flamingos und Stelzenläufer sind mit Sicherheit zu beobachten – vielleicht auch Dünnschnabelmöwen? In der Ferne können wir als rosa Band in der Landschaft die tausenden Flamingos in ihrer Brutkolonie beobachten.
Wanderstrecke: ca. 3 km
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5.Tag: Etangs in der Petite Camargue, Aigues Mortes
Wir verlassen die Unterkunft in Le Sambuc – ab heute werden wir in der östlich von Arles am Rand der Crau übernachten. Zunächst fahren wir aber gen Westen – westlich der kleinen Rhone liegt die Petite Camargue. Wir besuchen zunächst das Reserve Naturelle Scamandre. Hier brüten besonders viele Sichler und alle Reiherarten, die in der Camargue vorkommen. Auch das Purpurhuhn brütet nach einem Auswilderungsprojekt jetzt regelmäßig hier. In den weiten Schilfgebieten hier wie auch an den benachbarten Etangs kommt auch der Mariskenrohrsänger vor. Eine Kaffeepause in der historischen Altstadt von Aigues-Mortes mit seiner beeindruckenden Stadtmauer ist anschließend vorgesehen. Auf der Fahrt Richtung neue Unterkunft beobachten wir noch am Chemin d´Arles in der nördlichen Camargue.
Wanderstrecke: ca. 3 km
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6.Tag: Crau und Alpilles um Les Baux
Die Crau zeigt größtenteils ein ganz anderes Gesicht als die Camargue. Als ehemaliges Flussdelta ebenso flach, ist es heute aber ein karger Trockenlebensraum, eine Steinsteppe, allerdings voller Leben. Zwar an vielen Stellen durch Flughafenbau, Industrieansiedlungen, Müllkippen und Landwirtschaft stark verändert oder zerstört, gibt es trotzdem noch größere Flächen, die den ursprünglichen nordafrikanisch anmutenden Landschaftscharakter zeigen. Hier kommen noch die oftmals schwer zu beobachtenden Arten wie Triel, Zwergtrappe, Kalander- und Kurzzehenlerche oder Spiessflughuhn vor … Wir werden unser Glück mit viel Geduld herausfordern müssen … Wir beobachten an verschiedenen Stellen, wo noch größere Steppenareale erhalten sind.
So heute auch zum ersten Mal vor dem Frühstück. Wir fahren in den Bereich in der Nähe des Gutshofs Vergière. Peau de Meau ist eine der besterhaltenen Steinsteppenflächen in der Crau. Hier werden wir in den nächsten Tagen noch öfter beobachten.
Nach dem Frühstück gibt es zunächst einen Beobachtungsstopp an einem Steppengebiet am Flughafen Salon-Eyguieres. Dies ist ein gutes Gebiet für Zwergtrappen und Greifvögel.
Von dort fahren wir zu einem ersten Ausflug in die Alpilles – die Gebirgslandschaft der „kleinen Alpen“ - und erwandern die Gegend um Les Baux. Bunte Pflanzenvielfalt, bunte Insektenarten und spannende Vogelarten wie Provencegrasmücke, Felsenschwalbe und vielleicht sogar Alpensegler erwarten uns. Die Mittagspause verbringen wir an einem wunderschönen Aussichtspunkt – landschaftlich auf jeden Fall betörend! Vielleicht fliegen aber auch interessante Vögel vorbei …
Nachmittags dann wieder intensive Beobachtungen in den Steppenflächen der Crau. Wir begeben uns in den Bereich des Mas de Cauuvet, wo die Chancen am besten sind, Kalanderlerchen zu sehen und zu hören. Aber auch Grauammern, Zwergtrappen, Brachpieper uns sogar Spießflughühner und Blauracken wurden hier schon gesehen ...